Sollte ich meinen Hund gegen FSME oder Borreliose impfen lassen?
Sehr wenige Fälle sind für FSME bei Hunden in Deutschland beschrieben wurden. Einen Impfstoff für Hunde gibt es in Deutschland nicht – der erhältliche Impfstoff ist ausschließlich für den Menschen zugelassen. Aufgrund der Seltenheit der Krankheit erscheint der Bedarf einer FSME-Impfung bei Hunden in Deutschland zweifelhaft.
Hinsichtlich der Borreliose stellt sich die Situation etwas anders dar, da es hier einen Impfstoff für Hunde jedoch nicht aber für den Menschen gibt. Bei Wildtieren, die im großen Maßstab von Zecken gestochen werden, wird angenommen, dass sie vollständig gegen die Krankheit resistent sind. Möglicherweise ist diese durch die Domestikation bei Haustieren teilweise verloren gegangen. Die meisten Hunde, die regelmäßig von Zecken befallen sind, haben Antikörper gegen Borrelien in sich ohne jemals an Borreliose zu erkranken. Dagegen steht ein geringer Prozentsatz an tatsächlich erkrankten Hunden. Die gebildeten Antikörper sind bei diesen Tieren offensichtlich nicht in der Lage, die Bakterien vollständig zu eliminieren. Die Behandlung der Borreliose durch Antibiotika über 2 bis 4 Wochen führt in aller Regel zum Verschwinden der Symptome. Obwohl Borrelien keine Resistenz gegen Antibiotika entwickeln können, gelingt es allerdings nicht immer, eine Reaktivierung „versteckt lebender Erreger“ bei einer Schwächung des Immunsystems, die z.B. durch andere Erkrankungen oder hohes Alter hervorgerufen werden kann, zu verhindern. In der Humanmedizin werden in solchen Fällen wiederholte Behandlungen durchgeführt.
Viele Fachleute stehen einer Borrelien-Schutzimpfung für Hunde derzeit skeptisch gegenüber: In Europa verursachen mindestens drei verschiedene Borrelienarten die Erkrankung und der Impfstoff richtet sich ausgerechnet gegen den hier am seltensten vorkommenden Typ. Es gibt keine Daten über die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen die in Europa vorkommenden Arten. Zudem geht man davon aus, dass Hunde eine sehr geringe Empfindlichkeit gegenüber dem Erreger der Borreliose besitzen, sodass es bei den meisten Hunde nach einer Infektion gar nicht zu einer Erkrankung kommt.
Auch hier ist die Vorbeugung das Beste, was man gegen die Borreliose tun kann: Den Hund äußerlich mit einem gegen Zecken wirksamen Mittel behandeln und nach jedem Spaziergang gut absuchen.

