Studie zur Antibiotikabehandlung einer Lyme-Enzephalopathie
Zusammenfassung einer Studie des Tick-borne Disease Research Center an der Columbia Universität (New York) im Deutschen Ärzteblatt - Keine dauerhafte Besserung durch Antibiotika (rme/aerzteblatt.de, 11. Oktober 2007)
Immer mehr Patienten machen für Allgemeinsymptome wie Schmerzen, Abgeschlagenheit oder auch kognitive Störungen frühere Infektionen mit Borrelien verantwortlich. Der Kontakt des Immunsystems mit dem Erreger führt zu einem Nachweis von IgG-Antikörpern im Serum. Dies ist jedoch kein Beweis für eine aktive Erkrankung. Da alleinig der Kontakt bewiesen wird, nicht aber, ob und wie das Immunsystem sich mit den Erregern auseinandergesetzt hat.
Leider geben viele Ärzte, veranlaßt durch den großen Druck der Patienten, dem Antibiotikatherapiewunsch der Betroffenen nach. Dies wird von vielen Experten und Fachgesellschaften abgelehnt bzw. sehr kritisch gesehen. Außerdem wird das Vorhandensein des sog. "Post-Lyme-Syndoms" von vielen in Frage gestellt.
Die Studie:
37 Patienten, bei denen aufgrund von kognitiven Störungen und einem positiven Antikörpernachweis die Diagnose einer Lyme-Enzephalopathie gestellt wurde und die wegen einer Lyme-Borreliose mit Antibiotika behandelt worden, wurden entweder mit dem Antibiotikum Ceftriaxon oder mit einem Placebo behandelt.
Durch die Therapie mit dem Antibiotika kam es bei über einem Viertel der Behandelten zu schweren Nebenwirkungen. Dauerhafte Schäden kamen nicht vor, aber auch ein dauerhafter Nutzen wurde nicht erzielt. Zwei Wochen nach Abschluss der Therapie wurde den Antibiotika-Therapierten zwar eine moderate Besserung der kognitiven Störungen attestiert, die aber bei einer weiteren Nachuntersuchung nach weiteren 12 Wochen nicht mehr vorhanden war. Diese "Verbesserung" ist aber nach Meinung der Experten nicht auf eine erfolgreiche antiinfektiösen Therapie, sondern eher auf entzündungshemmende Nebenwirkungen der Medikamente zurückzuführen.
Abstract der Studie (englisch)
Lyme and Tick-borne Disease Research Center der Columbia Universität (englisch)
Leitlinien der Deutschen
Gesellschaft für Neurologie (deutsch)

Zurück: Stimmen zum Buch „Borreliose natürlich heilen“ von W.-D. Storl (AT-Verlag 2007)
